Springe zum Content dieser Seite
Springe zur Subnavigation dieser Seite
Springe zur Hauptnavigation
Sie befinden Sich hier: 

Allgemeine Erläuterungen des CAFT-Verfahrens

Die CAFT-Umfragen umfassen folgende Verfahren der Datenerfassung:

  • Roadside-Interviews (Straßenbefragungen) von LKW-Lenkern an den großen Übergängen des gesamten Alpenbogens.

  • Befragungen von LKW-Lenkern, welche die Rollende Landstraße bei den Terminals in Anspruch nehmen.

  • Gewinnung aus Datenbanken der wichtigsten nationalen Eisenbahngesellschaften und zusätzlichen Erhebungen anderer Eisenbahnunternehmungen.


Roadside-Interviews: Allgemeine Merkmale

  • Die Straßenbefragungen sind stichprobenbasiert. Die Gesamtmenge der Stichprobe setzt sich aus den Lastkraftwagen zusammen, welche die Interview-Standorte passieren. Interview-Standorte befinden sich an allen für die alpenquerenden Güterströme relevanten Hauptrouten.

  • Die Gesamtmenge an Fahrten ist aus Verkehrszählungen oder Mautstatistiken bekannt. Im Allgemeinen befinden sich die Umfragestandorte an Stellen, an denen zumindest automatische Verkehrszählungen vorhanden sind. Damit werden die Angaben zur Gesamtzahl von Fahrten tatsächlich von Messungen, die nicht stichprobenbasiert sind, geliefert.


Roadside-Interviews: Stichprobenziehung
Die Stichprobenziehung erfolgt nach einer zweistufigen Methode:

  • Erstens: Auswahl der Periode der Probenziehung, die gewöhnlich nicht zufallsbedingt, sondern systematisch erfolgt, wodurch eine repräsentative Verteilung der Zeiträume über die Saisonen des Jahres, die Tage der Woche und die Zeiträume des Tages sichergestellt wird. Organisatorische Aspekte sind ebenfalls zu beachten, um eine kosteneffiziente Durchführung der Umfrage zu ermöglichen und spezifische Bedingungen der Verkehrsströme berücksichtigen zu können.

  • Zweitens: Stichprobenziehung von Fahrzeugen während der Umfrageperiode mit dem Ziel, Fahrzeuge zufällig aus dem ungestörten Verkehrsstrom auszuwählen, wobei allerdings eine geringe Belastung für die Lenker bzw. Lenkerinnen (minimale Wartezeit) und ein gleichmäßiges Arbeitspensum für die Interviewer bzw. Interviewerinnen zu gewährleisten sind. Somit ist es nicht möglich, etwa jeden fünften LKW aus dem Verkehrsstrom auszuwählen, da in diesem Fall die inhomogene Verteilung von Fahrzeugen über die Zeit zu Perioden unakzeptabler Wartezeiten für die Lenker und zu ineffizienten Arbeitsperioden für die Interviewer führen würde. In der Praxis findet eine Regel Anwendung, mit der eine Quasi-Zufallsauswahl und effiziente Befragung gewährleistet wird: Jedes Mal, wenn ein Interview fertig gestellt wurde, wird der nächste Lastkraftwagen ausgewählt.

> Die Tabelle Stichprobenumfang Roadside-Interview 2004 finden Sie hier.

Roadside-Interviews: Das Interview
Die Befragung der Lastkraftwagenlenker kann als das Schlüsselelement der Datenerfassung betrachtet werden. Sie ist auch der entscheidende Faktor in Hinblick auf das qualitative Niveau und die Vergleichbarkeit der Erhebungen.

Prinzipiell besteht Spielraum für unterschiedliche Interpretationen von Fragen und Antworten, sowohl von Seiten des Interviewers bzw. der Interviewerin als auch der Befragten (des Lenkers bzw. der Lenkerin). Deshalb sind die Konzeption des Interviewvorgangs, die Instrumente zur Unterstützung des Interviewers und das Training des Interviewers wichtige Faktoren.

Die Interviews werden mit Hilfe von Handgeräten durchgeführt. Somit wird die Kennzeichnung der Fragen beispielsweise nach Ausgangs-, Zielort und Transportgut direkt während des Interviewvorgangs auf einem hohen Qualitätsniveau durchgeführt.
 
Im Rahmen dieses Vorgangs der Befragung gibt es zwei Arten von Informationserfassung:

  • Fragen, die von dem Lenker/der Lenkerin beantwortet werden, zum Beispiel alle Angaben über die Fahrt (Belade- und Entladeort, Streckenangaben, Art und Gewicht des Gutes) und bestimmte Einzelheiten betreffend das Fahrzeug (Baujahr, Gewichte). 

  • Wahrnehmungen , die von dem Interviewer/der Interviewerin gemacht werden, wie unmittelbar wahrnehmbare Merkmale des Fahrzeugs (Achsanzahl und Form, Zulassungsland, Einzelheiten auf der Plakette zur Kennzeichnung gefährlicher Güter …)


> Eine Beschreibung des „Interviewvorgangs“ (Beispiel Österreich) finden Sie hier.


Roadside-Interviews: Hochrechnung

Mittels des Verfahrens der Hochrechnung wird der Vorgang der Stichprobenziehung umgekehrt und werden nicht zufällig Schritte der Stichprobenziehung berücksichtigt.

Die Hochrechnung erfolgt in zwei aufeinanderfolgenden Stufen:

  • Hochrechnung der Werte aus den Befragungen jeder Erhebungsperiode auf den gesamten Schwerverkehr dieser Erhebungsperiode. Für diesen ersten Schritt wird gewöhnlich eine Zählung aller Schwerlastfahrzeuge, welche die Umfrage-Standorte in der Erhebungsperiode passieren, nach Parametern wie Achsanzahl und Nationalitätenkennzeichen herangezogen.

  • Hochrechnung der Ergebnisse der Erhebungsperioden auf den Gesamtverkehr des Jahres unter Verwendung von Informationen auf stündlicher Basis nach Art des Lastkraftwagens, die aus den entsprechenden Kategorien der automatischen Zähleinrichtungen oder aus den Mautklassen übernommen werden können. Manchmal müssen Annahmen getroffen werden, die dem Geltungsbereich für Schwerlastfahrzeuge entsprechen, während in anderen Fällen zusätzliche Informationen wie das Zulassungsland von Fahrzeugen vorhanden sein könnten.

Dieses Verfahren ermöglicht die Korrektur von systematischen Fehlern, die durch etwaige Verzerrungen im Auswahlprozess entstehen.


Roadside-Interviews: Nationale Eigenheiten
Während die Schlüsselelemente der Erhebung zwischen den Alpenländern nach ihren verschiedenen administrativen Erfordernissen, Traditionen und Notwendigkeiten harmonisiert werden, gibt es bei den drei Methoden kleine Unterschiede:

  • ie schweizerische und die österreichische Methode sind mehr oder weniger gleich, auch aufgrund der Tatsache, dass Österreich die Methoden aus der Schweiz in vollem Umfang übernommen hat, einschließlich der Verwendung der gleichen Computergeräte und Software.

  • Es gibt einige Unterschiede bei der praktischen Administration der Erhebung in Frankreich: Während die Erhebungen in der Schweiz und in Österreich von einer begrenzten Anzahl von Interviewern durchgeführt werden, die für verschiedene Erhebungsperioden an verschiedenen Orten zuständig sind, werden die Befragungen in Frankreich für alle Alpenpässe zu den gleichen Perioden geplant, weshalb mehr Interview-Personal benötigt wird.

  • Frankreich fügte zudem einem zufällig ausgewählten Teil der Befragungen eine von dem Lenker bzw. der Lenkerin abgegebene Beschreibung der gewählten Route basierend auf einer Landkarte der wichtigsten Straßen Europas im A-3-Format bei.

  • Der französische Beitrag zu CAFT ist in die französische nationale so genannte Transit-Erhebung integriert, die sowohl alle über französische Gebirgsgrenzübergänge verlaufenden Verkehrsströme als auch möglichst viele Transitverkehrsströme durch Frankreich erfassen soll. Folglich finden zusätzlich zu Befragungen an den Alpenpässen an der Grenze zwischen Frankreich und Italien auch Befragungen an den beiden wichtigsten Pässen über die Pyrenäengrenze zu Spanien statt sowie in Basel an der schweizerischen Grenze, um einen signifikanten Teil der Nord-West-/Süd-Ost-Transitverkehrsströme, die nicht die Alpen oder Pyrenäen durchqueren, zu erfassen. An diesen zusätzlichen Umfrage-Standorten konzentriert sich in der Tat mehr Verkehr als an den französischen Alpenübergängen. 2004 erfolgte in Österreich auch eine Erweiterung der CAFT-Umfrage, um den Transitverkehr umfassender zu zählen. Im Fall Österreichs wird der Transitverkehr allerdings stark durch den alpenquerenden Verkehr dominiert.  

 
Befragungen an der Rollenden Landstraße
Die Befragungen von LKW-Lenkern, welche die Rollende Landstraße benutzen, werden an den österreichischen und schweizerischen Terminals durchgeführt, wenn die Lastkraftwagen auf die Rollende Landstraße auffahren. Die Befragungen werden von dem Personal der Kombiverkehrsagenturen, welche die Terminals betreiben, unter Verwendung von Papierfragebögen durchgeführt. Die Fragen sind gegenüber den Roadside-Interviews vereinfacht. Die Statistiken über die Rollende Landstraße liefern detaillierte Daten für Hochrechnungen.


Datenerhebung seitens der Eisenbahnunternehmungen
Die wichtigsten Eisenbahngesellschaften unterhalten Datenbanken zum Gütertransport, die detaillierte Angaben auf Basis der Frachtdokumente enthalten. Diese Datenbanken stellen die Schlüsseldatenquelle für CAFT-Daten zum Bahngüterverkehr dar. Hier sind als einschränkender Faktor nicht Datenverfügbarkeit oder ökonomische Aspekte der Datenerfassung, sondern die Datenschutzpolitik der Unternehmen zu nennen.

Die Datenextraktion umfasst:

  • Umkodierung, z.B. von einer sehr detaillierten Klassifizierung von Gütern auf die Kapitel laut NST/R-Systematik oder von den Codes der Bahnhöfe auf die Gebietssystematik NUTS (Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik), und

  • Aggregierung auf einem Niveau, bei dem eine gute Vergleichbarkeit mit den Straßendaten gegeben ist.

 
Da diese kommerziellen Datenbanken alle kommerziellen Aktivitäten umfassen, ist keine Stichprobenziehung oder Hochrechnung erforderlich.

Aufgrund der Liberalisierung des Eisenbahnsektors bieten abgesehen von den großen nationalen Eisenbahngesellschaften auch andere Unternehmungen Schienenverkehrsverbindungen im Bereich des alpenquerenden Verkehrs an. Diese Unternehmen werden gesondert behandelt.

copyright by BMVIT
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Deutschland) Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire (Frankreich) Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti (Italien) Bundesminsiterium für Innovation, Verkehr und Technologie (Österreich) Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Schweiz) Ministrstvo za promet (Slovenien) Generaldirektion Energie und Verkehr